C60 ist ein unlegierter Vergütungsstahl mit hohem Kohlenstoffgehalt, der sich durch hohe Härte und gute Verschleißfestigkeit auszeichnet. Deshalb wird dieser Stahl überall dort eingesetzt, wo Bauteile hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind und gleichzeitig eine lange Standzeit gefordert ist.
Gleichzeitig bietet der Werkstoff eine gute Zerspanbarkeit, solange er im weichen Zustand bearbeitet wird, wodurch sich C60 vielseitig einsetzen lässt.
Werkstoff & Norm von C60

Der unlegierte Vergütungsstahl C60, auch bekannt unter der Werkstoffnummer 1.0601, gehört zu den höher kohlenstoffhaltigen Stählen nach DIN EN 10083-2. Durch seinen Kohlenstoffgehalt von rund 0,60 % erreicht er nach einer geeigneten Wärmebehandlung eine deutlich höhere Härte als niedrigere Vergütungsstähle.
Dadurch eignet sich der Werkstoff besonders für Bauteile, bei denen Festigkeit, Verschleißfestigkeit und Formstabilität im Vordergrund stehen, während eine hohe Zähigkeit weniger entscheidend ist. Gleichzeitig bleibt C60 im weichen Zustand gut bearbeitbar, weshalb er im Maschinen- und Werkzeugbau weit verbreitet ist.
- Werkstoffbezeichnung: C60
- Norm: DIN EN 10083-2
- Werkstoffgruppe: Unlegierter Vergütungsstahl
Eigenschaften von C60
Die mechanischen Eigenschaften von C60 / 1.0601 lassen sich durch Vergüten gezielt einstellen. Dadurch kann der Werkstoff an unterschiedliche Belastungen angepasst werden, was ihn besonders flexibel macht.
Im Vergleich zu niedrig kohlenstoffhaltigen Stählen bietet C60 eine höhere Endhärte, jedoch auch eine geringere Schweißbarkeit. Deshalb wird beim Schweißen in der Praxis häufig auf Alternativen ausgewichen oder es werden entsprechende Vorwärm- und Nachbehandlungsmaßnahmen eingesetzt.
Dank seiner guten Zerspanbarkeit im weichen Zustand eignet sich C60 dennoch sehr gut für präzise gefertigte Bauteile mit engen Toleranzen.
Typische Eigenschaften von C60:
- Hoher Kohlenstoffgehalt (ca. 0,57–0,65 % C)
- Hohe Härte nach Vergütung
- Gute Verschleißfestigkeit
- Gute Zerspanbarkeit im weichen Zustand
- Eingeschränkte Schweißbarkeit aufgrund des Kohlenstoffgehalts
Lieferformen & Abmessungen von 1.0601
Wir liefern C60 (1.0601) sowohl als Bandblech als auch als Grobblech in einem breiten Stärkenbereich von 2 bis 120 mm. Dadurch können wir unterschiedlichste Anforderungen aus dem Maschinenbau, dem Anlagenbau sowie aus der Werkzeugherstellung abdecken.
Darüber hinaus bearbeiten wir den Werkstoff exakt nach Ihren Vorgaben. Ob Einzelzuschnitt oder Serie – durch Sägezuschnitte, Plasmazuschnitte oder Brennzuschnitte erhalten Sie passgenaue Bauteile, die direkt weiterverarbeitet werden können.
Auch Zuschnitte nach Zeichnung, Datei oder Skizze setzen wir zuverlässig um.
- Lieferformen:
- Bandblech
- Grobblech
- Stärkenbereich: 2 mm bis 120 mm
- Zuschnittarten:
Einsatzbereich von C60
In der Praxis wird C60 vor allem dort eingesetzt, wo Bauteile dauerhaft hohen Kräften oder starkem Verschleiß ausgesetzt sind. Durch die Möglichkeit der Wärmebehandlung lassen sich Härte und Festigkeit exakt an die jeweilige Anwendung anpassen.
Typische Einsatzbereiche reichen von hochbelasteten Zahnrädern über Wellen und Walzen bis hin zu Werkzeugen und Federn. Gerade in diesen Anwendungen zeigt sich der Vorteil gegenüber weicheren Vergütungsstählen, da die Bauteile eine längere Standzeit erreichen.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Zahnräder und Getriebeteile
- Wellen und Achsen
- Walzen und Führungen
- Federn und hochbelastete Maschinenteile
- Werkzeuge und verschleißbeanspruchte Komponenten
Vergleich zu C45
Im Vergleich zu C45 bietet C60 / 1.0601 eine höhere Härte und eine bessere Verschleißfestigkeit, was vor allem auf den höheren Kohlenstoffgehalt zurückzuführen ist. Gleichzeitig ist er weniger zäh und schwieriger zu schweißen.
Während C45 häufig als vielseitiger Allrounder eingesetzt wird, ist C60 die bessere Wahl, wenn die Belastung hoch ist und Verschleiß eine zentrale Rolle spielt. Daher entscheiden sich viele Konstrukteure bewusst für diesen Stahl, sobald die Anforderungen an die Bauteilfestigkeit steigen.
Kurz zusammengefasst:
- C45: bessere Zähigkeit, universell einsetzbar
- C60: höhere Härte, höhere Festigkeit, mehr Verschleißschutz
Daher wird C60 bevorzugt eingesetzt, wenn Belastung und Abrieb im Vordergrund stehen.
Wärmebehandlung & Verarbeitung
Die Güte lässt sich sehr gut vergüten, wodurch die Härte und Festigkeit gezielt angepasst werden können. Allerdings steigt mit zunehmender Härte auch die Sprödigkeit, weshalb die Auslegung der Bauteile besonders sorgfältig erfolgen sollte.
Beim Schweißen ist Vorsicht geboten, da Vorwärmen und kontrolliertes Abkühlen erforderlich sind, um Rissbildung zu vermeiden.
Fazit
C60 ist die richtige Wahl, wenn hohe Festigkeit und Verschleißfestigkeit gefragt sind. Durch die flexible Lieferform als Band- oder Grobblech sowie durch präzise Zuschnitte lässt sich der Werkstoff wirtschaftlich und effizient einsetzen.
Gerne beraten wir Sie, ob C60 oder C60E bzw. eine alternative Güte wie C45 oder C45E für Ihre Anwendung besser geeignet ist.
Materialeigenschaften C60
Folgend finden Sie die chemischen und mechanischen Eigenschaften:
| Chemische Eigenschaften | |
|---|---|
| C | 0,57 - 0,65 % |
| Si | max. 0,40 % |
| Mn | 0,60 - 0,90 % |
| P | max. 0,45 % |
| S | max. 0,45 % |
| Cr | max. 0,40 % |
| Mo | max. 0,10 % |
| Ni | max. 0,40 % |
| Mechanische Eigenschaften | |
| Zustand | QT |
| Nenndicke (t max.) | 16 |
| Mindeststreckgrenze (Re MPa) | ≥ 580 |
| Zugfestigkeit (Rm MPa) | 850/1000 |
| Mindestbruchdehnung (a %) | 11 |
